Frauensicherheitszone zu Silvester, wenn die Angst siegt.

Wir leben in interessanten Zeiten, da werden doch tatsächlich in einer Stadt wie Berlin „Women’s safety areas“ eingerichtet, um Frauen die Möglichkeit zu bietet sich dort zu schützen und im Falle von Übergriffen beraten zu lassen und schon schreibt die Presse und einige Politiker von „Reservaten“ oder „eingezäunten Zonen“ in denen Frauen Silvester feiern sollen, um keine Angst vor sexuellen Übergriffen haben zu müssen.

Das ist natürlich totaler Blödsinn und vollkommen von der Presse aufgebauscht und übermäßig dramatisiert! Wenn man die Idee mal ein bisschen hinterfragt und recherchiert, dann findet man heraus, dass diese Sicherheitszone lediglich ein Schild ist, ein Schild an einem Zelt, welches es schon immer gegeben hat und welches vom DRK betrieben wird. Es handelt sich nicht um abgezäunte Sonderzonen, es gibt keine Sicherheitskräfte und auch keine Wachtürme oder irgendeinen anderen Blödsinn!


Das Signal bleibt trotzdem fraglich und schürt Angst!


Die Idee ist nicht neu und die Einrichtung von Sicherheitszonen spricht ja auch nichts, aber diese Zonen sollten jedoch eher auf dem Festbereich sein, kleine Bereiche an denen sich immer Polizisten befinden, deutlich gekennzeichnet (Lampen, Signale, Flaggen, o.ä.), von allen gut sichtbar und für alle immer zugänglich. Bereich in denen man Hilfe findet, wenn man sie braucht, es würde ja auch nichts dagegen sprechen diese Bereiche mit einem Zelt zu versehen in das man sich flüchten kann.

Aber am Rande des Geschehens einen Bereich als „Frauenschutzzone“ zu kennzeichnen sendet eindeutig das falsche Signal. Übergriffe gegen Frauen gab es bei Großveranstaltungen schon immer, genaus wie gegen Minderheiten, Ausländer, Männer, Schlägereien von Gruppen, Raubüberfälle, etc. Das man nach den Übergriffen von Köln nun spezielle Frauenschutzzonen ausruft stellt das Thema in ein falsches Licht und hetzt unnötig gegen Ausländer! Abgesehen davon stellt es die Frauen einmal mehr als das schwächere Geschlecht dar und beraubt anderen Opfern der Möglichkeit auch Schutz zu suchen!

Außerdem schüren diese Schutzzonen eine Angst, die in den meisten Fällen vollkommen unnötig und überzogen ist. Von Großveranstaltungen ging schon immer die Gefahr von Übergriffen aus, die heutige Berichterstattung über jeden kleinen Vorfall und das unnötige Aufbauschen durch die Presse, zeichnen ein Bild, das die Realität ins negative Verzerrt und die Angst nur noch weiter vorantreibt. Die meisten Menschen, die in Ihrem Leben schon ein paar Silvester oder auch andere größere Veranstaltungen gefeiert haben, haben schlicht nur gefeiert, die wenigsten haben solche Übergriffe überhaupt mitbekommen. Hören wir doch mal auf so zu tun, als wäre jeder, der sich auf eine solche Veranstaltung begibt entweder ein Täter oder ein Opfer, der weitaus größte Teil ist nämlich einfach nur ein Teilnehmer!


Zutritt für alle anderen Verboten!


Es mag vielleicht nicht so so gedacht oder gemeint sein, aber als Mann würde ich schon aus Gründen des Anstandes und Respekts vor den Opfern nicht auf die Idee kommen in einen Bereich einzutreten auf dem „Frauenschutzzone“ steht, gleiches gälte übrigens auch für alle anderen Schilder, die mich ausgrenzen. Ein Schild „Schutzzone für Opfer sexueller Übergriffe“ würde mich genauso abhalten, wenn ich Opfer eines anderen Übergriffes geworden wäre!

Die Schutzzonen sollten zunächst einmal generell für alle offen stehen, die Schutz suchen, Frauen, wie Männer, egal welcher Herkunft und egal aus welchem Grund! Das Personal vor Ort kann dann schließlich immernoch entscheiden, dass Opfer von bestimmten Übergriffen gesondert untergebracht werden, um deren Privatsphäre zu schützen!


Keine Aufrufe zu Solidarität oder Zivilcourage


Interessant finde ich auch, dass die Aufrufe zu Solidarität mit den Opfern gewaltsamer Übergriffe, zu Zivilcourage und Hilfe vollkommen fehlen oder dank der „Schutzzonen“ untergehen. Opfer können sich ja nun in solche Bereiche begeben, sich dort beraten lassen und Schutz suchen. Dieses Signal ist nicht nur falsch, sondern hat auch fatale Folgen, denn diese Zonen greifen wenn überhaupt erst nach einem Übergriff und verhindern sie nicht!

Wo bleiben die Aufrufe hinzusehen, zu helfen, Hilfe zu holen, Unterstützer zu suchen und beim Aufkommen solcher Übergriffe dem Opfer oder den Opfern zur Seite zu stehen, Täter festzuhalten oder zumindest zu verscheuchen? Sind wir alle schon so schwach und hilflos, so sehr auf uns bedacht, dass wir gar nicht mehr daran denken dazwischenzugehen und zu helfen? Natürlich kann niemand alleine etwas gegen eine Gruppe tun und niemand sollte sein Leben oder seine Gesundheit riskieren, aber die – entschuldigt den Ausdruck – Eier in der Hose zu haben sich in einer Masse von Menschen Helfer zu holen sollte doch nicht wirklich ein Problem sein? Ich weiß nicht was in unserer Gesellschaft los ist, aber anscheinend ist die Angst inzwischen größer als die Courage, der Egoismus größer als der Gedanke an Solidarität.

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