Dem deutschen Volke, stand da doch irgendwo?!

Wir haben immernoch keine neue Regierung und für den Fall, dass sich unserer gewählten Damen und Herren Berufspolitiker irgendwann mal dazu herablassen sich endlich mal auf eine Regierungsbildung zu einigen, wird sich eines auch dieses Mal nicht ändern, eine wirkliche Volksvertretung wird es auch in dieser Legislaturperiode nicht geben.

Die berufliche Herkunft unserer Abgeordneten ist schon interessant.

Wirft man mal einen Blick auf die Zusammensetzung des Bundestages nach Berufsgruppen, sieht man wer unser Land regiert. Natürlich sollte es bei der Tätigkeit als Volksvertreter keine Rolle spielen, wo der jeweilige Politiker herkommt und was er bisher in seinem Leben erlebt hat, aber bei aller beruflichen Professionalität, auch ein Politiker ist nur ein Mensch und ich glaube, es ist schwierig sich in das Leben von Menschen hineinzuversetzten, wenn man selbst nie so ein Leben kennengelernt hat.

Quelle: statista
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36615/umfrage/berufe-der-bundestagsabgeordneten-16-wahlperiode/

Der größte Teil unserer sogenannten Volkstertreter gehört grob gesagt zur Oberschicht, sie stammen aus gebildeten Familien, haben eine gut strukturiere und finanziell abgesicherte Kindheit und Jugend verbracht. Sie haben studiert, gute Berufe ergriffen und verglichen mit den meisten Bewohnern unseres Landes überdurchschnittlich gut verdient.

Schaut man sich an, wer unser Land regiert, dann versteht man auch, warum sich so viele in unserem Land von ihren „Volksvertretern“ nicht vertreten fühlen.

Das Leben der Anderen

Natürlich gibt es auch einige Politiker mit „normalen“ Durchschnittslebensläufen, aber nur sehr wenige davon sind tatsächlich im Bundestag und schon gar nicht in der Führungsmanschaften der sogenannten Volksparteien. Es ist nicht böse gemeint, aber man kann sich immer nur schwer in Lebenssituationen von anderen Menschen hineinversetzten, wenn man sich nicht selbst in der selben Lage befunden hat.

Wir alle kennen Menschen, die auf der Straße leben, sie sitzen da betteln, trinken Alkohol und wirken verwahrlost. Schnell urteilen wir über diese Personen, sehen sie aus unserer Sicht und können uns nicht in ihre Welt hineindenken. Wie kommt jemand ohne Wohnung und mit so wenig Geld aus?

Als mittelständischer Normalverdiener kann man sich auch nur schwer in der Leben von Superreichen und Hochverdiener hineinzuversetzten, meistens betrachtet man es mit einem gewissen Neid, aber warum braucht jemand 10.000,- Euro im Monat für seinen Lebensstil?

Und ich glaube, niemand von uns kann sich von dieser Distanziertheit freizeichnen, doch wenn es in normalen Alltagssituationen schon so schwierig ist, wie soll es dann in komplexen Situationen funktionieren?

  • Wie soll sich jemand aus der gut gebildeten Oberschicht in die Lage von jemanden versetzten, der sich fragt, wie er vom Mindestlohn leben soll?
  • Wie soll jemand, der noch nie in seinem Leben abhängig beschäftigt war verstehen, das die Art wie die Kinderbetreuung geregelt ist, nicht mehr zeitgemäß ist?
  • Wie soll jemand, der sich über die Gestaltung seines Lebensunterhalts noch nie wirkliche Sorgen machen musste verstehen, das Themen wie Rente und Pflege für jemanden, der im hier und jetzt leben muss, zwar unvermeidbar, aber auch unglaublich weit weg sind?

Diese Liste Rhethorischer Fragen könnte man noch lange weiterführen, doch führen sie zu nichts, denn es bleibt dabei. Menschen sind Menschen.

Wie wäre es denn mal mit eine Volksquote für die Politik

Die Urväter unserer Republuk hatten eine gute Idee, aber die Basis dieser Idee ist in der Vergangenheit verwurzelt. Schaut man sich die Zeit vor der stabilen Demokratie an, so war die Demokratie wie wir sie kennen die politische Führung mit der besten Einbindung ins Volk.

Doch hat sich unsere Gesellschaft und auch die Welt um unser herum in den letzten 70 Jahren doch sehr stark verändert, vielleicht wäre es daher an der Zeit auch die Basiszusammensetzung des Bundestages zu verändern.

Die zunehmende und immer deutlichere Einflussnahme der Lobbyisten, die zunehmende Distanz zwischen Regierenden und Regierten, die sichtbare Unfähigkeit die wichtigen Zukunftsthemen des Landes anzugehen und sich selbst neu zu strukturieren und zu modernisieren, zeigen deutlich, dass unsere Staatsstruktur langsam an ihre Grenzen gerät.

Da wird man doch mal die Frage stellen dürfen, ob es nicht vielleicht sinnvoll wäre die Aufteilung der inzwischen über 700 Abgeordneten des Bundestages ein wenig näher an die Struktur der Bevölkerung heranzuführen, um bei Abstimmungen die Stimmen des Volkes wieder in die Regierung einzubinden, so wie es einst gedacht war.

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