43.000 Euro pro Stunde – Man wird ja nochmal fragen dürfen.

Die Flugstunde eines deutschen Tornado-Jets wird mit ca. 43.000 Euro berechnet! „Eine Person mit Abitur als höchstem Bildungsabschluss verdient in seinem gesamten Leben nach den Berechnungen des IAB durchschnittlich 1,56 Millionen Euro.“  (Quelle: statista).

Das entspricht der Flugzeit eines Tornados von 36 Stunden, für eine Flugzeit von 36 Stunden könnte also ein Menschen in Deutschland ein gutes, lebenslanges Gehalt gezahlt werden, ohne dass dieser dafür etwas tun müsste oder produktiv sein müsste.

Wenn man jetzt mal realistisch hochrechnet, was allein die Einsätze unserer Bundeswehr im Ausland insgesamt kosten, muss man doch mal fragen dürfen, ob man für diese Mehrausgaben, die eigentlich im Haushalt der Bundesrepublik nie vorgesehen wirklich vorgesehen waren, nicht sinnvoller genutzt werden könnten.

Man könnte das Geld für Infrasturkturmaßnahmen in den jeweiligen Ländern nutzen, sinnvolle Entwicklungshilfeprojekte, Bildung und Zukunft. In Projekte, die nicht immer profitabel sein müssen – das Rumfliegen mit einem Jet ist es schließlich auch nicht – Projekte, die auf lange Sicht zu einer Verbesserung der Lebenssituation in den jeweiligen Ländern führen. Projekte mit denen wir nicht ständig versuchen einer anderen Kultur oder Weltanschauung unbedingt unsere Wertvorstellungen und unser politisches System aufzudrängen.


Die kulturelle Arroganz des „Westens“


 

In den sogenannten „westlichen“ Ländern ist die Demokratie und unsere Freiheit das Resultat vieler kleiner und teilweise jahrhundertelang andauernder Prozesse gewesen. Demokratie ist bei weitem nicht die optimale Staatsform, sie ist das kleinste aller Übel und bisher ist uns noch nichts besseres eingefallen. Wer sind wir denn, dass wir das, was bei uns Jahrhunderte dauerte in anderen Ländern mit Gewalt innerhalb von Monaten durchsetzen wollen?!

Immer wieder schauen wir auf andere Kulturen und maßen uns an diese Kulturen nach unseren Maßstäben zu be- und zu verurteilen. Wir schauen nach China und bezeichnen dieses Land als „Schwellenland“, früher sogar als Entwicklungsland und das nur, weil sie in einem anderen Kulturkreis und mit einer anderen Weltanschauung leben. Wir verstehen nicht, wieso dieses Volk nicht auch in einer freien Wirtschaft lebt, aber wer sind wir, dass wir eine Kultur, die um so vieles älter ist, als unsere, nach unseren Maßstäben beurteilen.  Die Chinesen hatten das Glück eine große Wirtschaftskraft und militärisch starke Nation zu sein, sonst hätte sie vermutlich schon seit langem Truppen der sogenannten westlichen Länder in ihrem Land.

Wie können wir annehmen, dass wir mit einem gewaltsamen Eindringen in einem fremden Land und einer fremden Kultur irgendwas bewegen. Die Geschichte ist voll von Beispielen, die genau das Gegenteil beweisen! Natürlich kann man mit Waffengewalt vieles durchsetzen, aber man schafft nur Unterdrückung, keine wirkliche Veränderung! Immer dann, wenn sich das Militär wieder zurückzieht, zeigt sich eine Veränderung hin zum „Alten“. Die jüngsten Beispiele sehen wir in Afghanistan, im Irak und in vielen Ländern des sogenannten arabischen Frühlings.


Falsch gestaltete Entwicklungshilfe


Bereits vor Jahrzehnten versuchte man die aus westlicher Welt „unterentwickelten“ zu kultivieren, man versuchte ihnen unsere Weltanschauung aufzuzwingen. Zunächst betrachtete man sie als Kolonien, beutete sie aus und unterwarf sie. Schließlich beschloss man die Kolonien fallen zu lassen, zu unwirtschaftlich und weil man Angst hatte, dass die gerade frisch ausgebeuteten und völlig verarmten Menschen nun auf die grandiose Idee kommen „gen Westen“ zu wandern und ihren ehemaligen Kolonialherren einen unfreundlichen Besuch abzustatten, erfand man die sogenannte Entwicklungshilfe.

Entwicklungshilfe für Länder, die man selbst an den Rand dieser Armut gebracht hatte. Schon das Wort sollte das Gewissen der Bewohner der westlichen Länder beruhigen. Man erfand Projekte gründete Unternehmen und tat alles dafür, dass die alten Kolonialbewohner in ihren Ländern bleiben und nicht anfangen die falschen Fragen zu stellen.

Doch war diese Entwicklungshilfe wirklich ernst gemeint? Waren diese Projekte wirklich darum bemüht den Menschen zu helfen oder ging es viel mehr darum die Ausbeute fortzusetzen?

Man schaffte Maschinen und Werkzeuge in diese armen Entwicklungsländer, allerdings nicht aus purer Selbstlosigkeit, sondern aus rein wirtschaftlichen Interessen, denn natürlich sollte die westliche Wirtschaft von diesen Projekten profitieren. Eine hochkomplexe Maschine braucht Ersatzteile, sie muss repariert und gewartet werden, doch wo kamen die Ersatzteile her? Wer sorgte für die Wartung?

Noch heute werden an einfache Bauern mit Effizienzversprechen gelockt, ihnen werden Maschinen vermietet, die es ihnen ermöglichen sollen ihre Felder effizienter zu bewirtschaften und den Ertrag zu steigern. Doch werden die gesteigerten Erträge durch die Leasingkosten direkt wieder „aufgefressen“ und schon hat man diese Bauern fest im Griff und eine Quelle für günstige Lebensmittel aufgetan!

Wirkliche Hilfe kann so nicht aussehen! Wirkliche Hilfe kann nicht wirtschaftlichen oder politischen Interessen folgen und neue Abhängigkeiten schaffen! Neue Abhängigkeiten werden nicht dazu führen, dass wir eine friedlichere Welt erleben!


 

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es unglaublich viele Dinge gibt, die man mit unseren Steuergeldern deutlich besser machen könnte, als sie dafür rauszuschmeißen, dass wir versuchen anderen mit Gewalt unsere Lebensart aufzuzwängen!

 

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